Ludwig Erhard Initiative
17.07.2026

VERLEIHUNG DES FÜRTHER LUDWIG-ERHARD-PREISES 2026

v.l.n.r.: Der diesjährige Preisträger Dr. Robert Maximilian Rühl, Festredner Dr. Gabriel Felbermayr und Evi Kurz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus und Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e. V.

Vor über 300 Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft hat der Ludwig-Erhard-Initiativkreis am 16. Juli 2026  zum 23. Mal den nach dem in Fürth geborenen, ehemaligen Bundeskanzler und Bundeswirtschaftsminister benannten Preis vergeben. Die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung hat in diesem Jahr Dr. Robert Maximilian Rühl erhalten – bei einer Rekordzahl von 36 Bewerbungen. 

Rühl hatte die Jury mit seiner an der Universität Bayreuth eingereichten und dort mit magna cum laude bewerteten Dissertation „Neue Wege der Rentenversicherung – Möglichkeiten und Perspektiven einer demographiefesteren Altersvorsorge“ überzeugt. Als Festredner war Professor Dr. Gabriel Felbermayr, Direktor des Österreichischen Instituts für Weltwirtschaft (WIFO) in die Fürther Stadthalle gekommen.

„Das Leistungsprinzip der gesetzlichen Rentenversicherung gerät in Schieflage“, erklärte Ludwig-Erhard-Preisträger Dr. Rühl. Ein Grund dafür sei die nachweisbar höhere Lebenserwartung jener Bevölkerungsteile, die überdurchschnittlich hohe Renten beziehen. Rühl plädiert anhand seiner Studien deshalb für eine Reform, die innerhalb des bestehenden Systems an zwei Hebeln ansetzt: eine degressive Zuteilung von Entgeltpunkten sowie Rentenanpassungen, die sich nicht mehr an der Lohnentwicklung, sondern an der Inflation orientieren. Dies schaffe insgesamt mehr Leistungsgerechtigkeit, während mittelfristig Sozialbeiträge – und damit die hohen Lohnnebenkosten – sinken. „Menschen mit niedrigen Einkommen erhalten später etwas höhere Renten, Menschen mit hohen Einkommen etwas niedrige“, so Dr. Robert Rühl. Seine Arbeit zeige einen Reformpfad auf, der sich an Leistungsgerechtigkeit orientiert, sozialen Ausgleich stärkt und strukturelle Fehlanreize korrigiert.

V.l.n.r.: Joachim Herrmann, Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, Festredner Prof. Dr. Gabriel Felbermayr vom "Rat der Wirtschaftsweisen", Gastgeberin Evi Kurz, Markus Braun, 2. Bürgermeister der Stadt Fürth

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Für den aus Wien angereisten Professor Dr. Gabriel Felbermayr ein mehr als interessanter Ansatz, wie er im Hinblick auf die in Österreich schon länger an die Preisentwicklung gekoppelte gesetzliche Rente anmerkte. Zuvor hatte Felbermayr in seiner Festrede Ludwig Erhard und dessen Zeitgenossen, den österreichischen Ökonom und Sozialphilosophen Friedrich August von Hayek (1899-1992), in ihren Studien und in ihrem Wirken verglichen. Vor allem ging Felbermayr, seit diesem Jahr Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, dem sogenannten „Rat der Wirschaftsweisen“, darauf ein, wie Hayek und Erhard die derzeitigen globalen Handelsverwerfungen bewerten würden.

In seinem Grußwort hatte zuvor Bayerns Innenminister Joachim Herrmann ebenfalls an einige von Ludwig Erhards Prämissen erinnert. „Eigenverantwortung ist wichtiger als Staatsgläubigkeit. Diese Einsicht bildete die Grundlage für die Soziale Marktwirtschaft und die Demokratie der vergangenen 80 Jahre“, so Herrmann. Das Wirtschaftswunder habe nach dem Krieg keine fremde Macht gebracht, „sondern kluge Konzepte und harte Arbeit“. Er forderte dazu auf, sich nicht „von Pessimismus und Miesmacherei“ anstecken zu lassen. Und mahnte, dass sich die Gesellschaft als Ganzes wieder mehr anstrengen müsse: „Mit den Händen im Schoß werden wir unseren Lebensstandard nicht halten können.“

Joachim Herrmann, MdL, Staatsminister des Innern, für Sport und Integration

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Der Ludwig-Erhard-Preis wird seit 2003 als Anerkennung an frisch promovierte Wissenschaftler verliehen, die in ihren Arbeiten Praxisnähe und Realisierbarkeit sowie einen bedeutenden Nutzen für Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt in den Fokus rücken. Mit 36 Frauen und Männern haben sich in diesem Jahr so viele Forschende wie nie zuvor um den Preis beworben – von 26 verschiedenen Universitäten aus fünf Ländern. Die Auszeichnung habe damit sichtbar ein großes internationales Renommee erworben, freute sich Evi Kurz, die Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises. Neben dem diesjährigen Preisträger Dr. Robert Maximilian Rühl, hatte die Jury Dr. Robert Messerle und Dr. Jonas Stehl nominiert. Ihre Forschungen - „Aufsätze zur Krankenhauspolitik“ beziehungsweise „Essays zur Ökonomie der globalen Ernährungssicherheit“ - wurden jeweils mit einem Preisgeld in Höhe von 1000 Euro gewürdigt.

Prof. Dr. Gabriel Felbermayr bei seiner Festrede
Preisbetreuer Prof. Stefan Hähnel stellte die diesjährigen Nominierten vor.
Zahlreiche Gäste verfolgten die diesjährige Preisverleihung in der Stadthalle Fürth.
Auf dem Podium diskutierten die Nominierten mit Preisbetreuer Prof. Stefan Hähnel (l.) und Festredner Prof. Gabriel Felbermayr (r.) die Ansätze und Chancen ihrer Promotionsarbeiten.
In diesem Jahr übergab Prof. Dr. Gabriel Felbermayr (r., im Bild mit den Nominierten), Mitglied im "Rat der Wirtschaftsweisen" den Fürther Ludwig-Erhard-Preis.
Auch LEZ-Leiterin und Gastgeberin Evi Kurz zeichnete die Nominierten aus und überreichte Geschenke.
Den Fürther Ludwig-Erhard-Preis, der mit 5.000 Euro dotiert ist, nahm dieses Jahr Dr. Robert Maximilian Rühl entgegen. Die Auszeichnung ist als Anerkennung für praxisnahe wissenschaftliche Leistungen konzipiert und soll den Dialog zwischen Universitäten und Anwendern von wissenschaftlichen Ergebnissen fördern.
Eine Ludwig-Erhard-Figur des Künstlers Ottmar Hörl überreichte Evi Kurz, Stiftungsvorsitzende Ludwig-Erhard-Haus und Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreis Fürth e.V., als Dankeschön dem Festredner Prof. Gabriel Felbermayr.
Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung standen die Nominierten, Dr. Jonas Stehl (2.v.l.) und Dr. Robert Messerle (3.v.l.), Preisträger Dr. Robert Maximilian Rühl (2.v.r.) sowie Preisbetreuer Prof. Stefan Hähnel (l.) und Gastgeberin Evi Kurz (r.).
V.l.n.r.: Preisträger Dr. Robert Maximilian Rühl, die beiden Nominierten, Dr. Jonas Stehl und Dr. Robert Messerle, mit Preisbetreuer Prof. Stefan Hähnel
V.l.n.r.: Dr. Wilhelm Polster, Vorsitzender der Manfred Roth Stiftung, Evi Kurz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Ludwig-Erhard-Haus und Vorsitzende des Ludwig-Erhard-Initiativkreises Fürth e.V., Paul Böhm, Sponsor der Veranstaltung
Festredner Prof. Dr. Gabriel Felbermayr (l.) und Markus Braun, 2. Bürgermeister der Stadt Fürth

Impressionen des Abends

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